| Technik -- Natur -- Kultur Für die Landfrauen aus dem Kreisverband Schleswig–Flensburg, Kreisteil Schleswig kein Gegensatz.
Die Halbtagesfahrt des Kreislandfrauenverbandes Schleswig e. V. führte die Damen zunächst nach Ellhöft, in den Kreis Nordfriesland, direkt an die deutsch-dänische Grenze. Hier wurde im Jahr 2000 der Bürgerwindpark Ellhöft eingeweiht. Die Geschäftsführer Reinhard Christiansen und Christian Carstensen berichteten über die langjährige und schwierige Planungsphase, von dem Bau der sechs 1,3 MW AN Bonus Anlagen sowie der Idee, warum einen Bürgerwindpark.
Bei einem Bürgerwindpark ist die Akzeptanz der Einwohner eher positiv, da sie selbst Miteigentümer der Anlagen sind und daher auch mitbestimmen können. Eine der Windkraftanlagen kann, nach Terminabsprache nicht nur besichtigt, sondern auch erklettert werden.
Ein besonderes Leitersystem und zahlreiche Zwischenböden erlauben ein Verpusten bzw. Überholen anderer Personen. So ist auch ungeübten Kletterern ein Aufstieg möglich. Diesen Aufstieg wagten auch die meisten der Landfrauen unter fachlicher Führung der Geschäftsführer. Sie wurden mit einem herrlichen Rund umblick belohnt.
Gleich in der Nachbarschaft steht der Windpark Grenzstrom Vindtved mit 4 mal 2,3 MW Anlagen sowie 3 große Repower-Windmühlen mit jeweils 6 MW. Das besondere an diesem Windpark ist die deutsch-dänische Zusammenarbeit.
Nach diesem Einblick in das Zusammenspiel Technik und Naturkräfte ging es für die Landfrauen weiter zur Emil-Nolde-Stiftung nach Seebüll.
Dort konnten alle nach einem gemeinsamen Kaffeetrinken den herrlich angelegten Garten Emil Noldes bewundern und sich so manche Anregung mit nach Hause nehmen. Bei der anschließenden Führung durch die Stiftung bekamen die Damen einen Einblick in das Leben des 1867 geborenen Malers Emil Nolde. Das heutige Ausstellungshaus war einst Emil Noldes Wohnhaus. Im Jahr 1927 hatte der Künstler das Haus sowie den Garten selbst entworfen. Von Kindheit an war der Maler eng mit der Natur verbunden, was man auch an den Farben seiner Bilder erkennen kann. 1946 begründete Emil Nolde zusammen mit seiner Frau Ada die Stiftung. Sie hat den Auftrag, den umfangreichen Nachlass Emil Noldes in Seebüll im Sinne des Künstlers zu verwalten, seine Werke für die Nachwelt zu erhalten und weltweit zu vermitteln.
Anhand seiner zahlreichen Landschafts- und Blumenbilder, seiner Bilder aus Berlin, aus Neuguinea und die mit religiösem Hintergrund, sowie seiner „ungemalten Bilder“ diese entstanden während seines Malverbotes, wurde den Landfrauen die einzelnen Lebensphasen des Künstlers erklärt. „Hier hätte man noch stundenlang zuhören können“, meinte eine Landfrau. Nach diesem sehr ereignisreichen Tag war allen LandFrauen bewusst: Technik, Natur und Kultur schließen einander nicht aus sondern lassen sich gut miteinander verbinden.
Monika Wagener
Stellv. Schriftführerin |